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Prof. Dr.-Ing. Nils Thürey, TU München

Formals Research & Development Lead, Scanline VFX


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Oscarverleihung

Mein Name ist Nils Thürey. Ich habe von 1998 bis 2003 an der Uni-Erlangen Diplom-Informatik studiert. Anschließend habe ich von 2003 bis 2006 am Lehrstuhl für Systemsimulation von Prof. Rüde promoviert.
Von 2011 bis 2014 arbeitete ich bei Scanline VFX. 2013 erhielt ich zusammen mit meinen Kollegen Prof. Markus Gross, Prof. Doug James und Theodore Kim von der Academy of Motion and Picture Arts and Science (AMPAS) einen Technik Oscar für unsere Wavelet Turbulance Software. Die Software kam bereits in über 20 Hollywood-Produktionen zum Einsatz, darunter z. B. bei "Iron Man 3", "Superman: Man of Steel",  "Monsters vs. Aliens", Roland Emmerichs "2012" und James Camerons "Avatar - Aufbruch nach Pandora". Seit 2014 bin ich Professor am Lehrstuhl für Computergrafik und Visualisierung von Prof. Rüdiger Westerman an der TU München.

Link zum Bericht über die Oscar-Verleihung.

Link zur Homepage von Nils Thürey.

Link zum Youtube-Kanal von Nils Thürey.


Warum haben Sie sich für ein Studium der Informatik in Erlangen entschieden?

Mir gefiel Erlangen als gemütliche Studentenstadt sehr gut, und die Universität hatte im Bereich Informatik einen sehr guten Ruf.
Mich hat damals auch die Homepage des Computergrafik Lehrstuhls beeindruckt: Die Vorlesungen und Forschungsergebnisse sahen sehr interessant aus.

Link zur Homepage Lehrstuhl für Grafische Datenverarbeitung (inf 9)
Link zur Homepage Lehrstuhl für Systemsimulation (inf 10)


Wie sah meine Tätigkeit als Informatiker bei Scanline VFX aus?

Ich arbeitete an Spezialeffekten für Filme - vor allem Flüssigkeiten wie Wasser, aber auch Rauch und Explosionen. Bei großen Film-Produktionen kommen heutzutage oft große Teile der Bilder aus dem Computer oder werden stark digital nachbearbeitet.  Es ist eine große Industrie, und Spezialeffekte mit Wasser und Explosionen sind in der Realität schwer kontrollierbar und sehr teuer. Daher bietet es sich an, so etwas virtuell im Rechner zu machen. Typische "Aufgaben" sind hier zum Beispiel das Sprengen eines fahrenden Güter-Zuges oder das Überfluten einer Stadt mit einem Tsunami. Zum Glück ist aber auch die Simulation im Computer nicht trivial, und braucht aufwändige Berechnungen und komplizierte Algorithmen. Es gibt also viel Arbeit in diesem Gebiet auch für Informatiker.

Ich habe im Hauptstudium unter anderem Computergrafik und Simulation als Schwerpunkte gemacht. Das waren gute Startbedingungen fuer die Richtung "visual effects". Nach dem Studium habe ich zum Thema Fluid-Simulationen promoviert, und noch eine Weile im Bereich Animation von Fluiden fuer Grafik geforscht, bevor ich zu Scanline VFX nach Los Angeles gewechselt habe. Scanline beschäftigt sich mit allen Bereichen von digitalen Spezialeffekten, ist jedoch besonders renommiert im Bereich Wasser und Rauch - also genau die Richtung meiner Forschungsarbeit!


Wie sah der Arbeitsalltag bei Scanline VFX aus?

Zentrale Aufgabe meiner Arbeit bestand an der Weiterentwicklung des Simulationsprogramms "Flowline". Hier ging es darum, neue Features zu implementieren, z. B. eine genauere Behandlung von bewegten Hindernissen im Wasser, neue Methoden zur Kontrolle der Simulationen oder Optimierungen die die riesigen Simulationen beschleunigen. Daneben gab es auch oft Treffen mit den "Artists", die Flowline benutzen um die eigentlichen Bilder für die Film-Szenen zu erstellen. Oftmals stellen Szenen neue Herausforderungen an die Simulationen. Dabei wird oft diskutiert wie man diese Effekte mit den bestehenden Tools realisieren kann, bzw. was für Erweiterungen nötig oder praktisch wären um die gewollten Simulationen zu machen. In Zusammenhang damit ist es regelmäßig notwendig Bugs im Simulator zu fixen. Das kann besonders schwierig sein, wenn ein Fehler nur bei Terabyte-schweren, stundenlangen Berechnungen im Netzwerk auftritt.

Mein neues Aufgabengebiet ist für mich nun die Forschung und Lehre an der Universität. Bereits während meiner Arbeit bei Scanline VFX war es wichtig bei den aktuellen Forschungsergebnissen auf dem neuesten Stand zu bleiben. Physik-Simulationen in der Computergrafik sind ein etabliertes aber weiterhin sehr aktives Forschungsthema und es werden jedes Jahr eine Vielzahl von Verbesserungen und neuen Methoden entwickelt. Darin liegen auch meine Forschungsinteressen begründet. Wissenschaftliche Themen und Veröffentlichungen finden Sie auf meiner Homepage.